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Historie

St. Annenkapelle

Rellinghausen- ursprünglich ein alter Oberhof von Essen- war vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein von der Äbtissin Mechtildis II um 998 gegründetes Frauenkloster, das später zu einem freiweltlichen Damenstift für die Töchter des niederen Adels als Tochterstift des Hochstiftes Essen wurde. Es unterstand einer Pröpstin, die dem Essener Kanonissenkapitel angehörte. Später erlangte es eigene Gerichtsbarkeit und Vogtei und wurde nahezu selbstständig, bis ein Urteil des Reichskammergerichtes es 1661 wieder der Hoheit und dem Gericht der Essener Fürstäbtissin unterstellte.

Der Blücherturm

Ein düsterer Ort: Früher einmal war der alte "Blücherturm" in Essen-Rellinghausen Gefängnis, Folterkammer und Schauplatz von fast 40 Hexenprozessen. Erbaut wurde er im 16. Jahrhundert als Gerichtsturm, und seither hat das alte Gebäude viel erlebt. Nach seiner Renovierung ist der "Blücherturm" jetzt zum Ort für Vorträge und Ausstellungen umfunktioniert worden - und in der Geschichtswerkstatt unter dem Dach sind Berichte und Dokumente aus alten Tagen gesammelt. Das Stift adeliger Damen in Rellinghausen und sein Vogt Wilhelm von Eyll ließen den Turm 1567 errichten, um in ihm Gericht zu halten. In der frühen Neuzeit diente das Gebäude zugleich als Gefängnis. Später wurde die örtliche Feuerwehr hier untergebracht.
Seinen Namen hat der "
Blücherturm" eher zufällig erhalten: Im vergangenen Jahrhundert lebte die Familie des Stadtpolizisten Robeck in dem Gebäude. Polizist Robeck hieß bei den Rellinghausenern nur "der alte Blücher", weil er dem gleichnamigen preußischen Feldmarschall so ähnlich sah.

Sift Rellinghausen

Um das Jahr 840 vermählte sich ein Hardenberger namens Eggihard mit einer Rikhild von Ruoldinghus, wodurch er der
Herr von Ruoldinghus (Rellinghausen) wurde. Erst 40 Jahre zuvor hatte der Hl. Luidger die Benediktinerabtei Werden gegründet, und einige Jahre später wurde das Kanonissenstift in Essen durch Bischof Altfrid von Hildesheim ins Leben gerufen. Natürlich gehörten zu den Klöstern auch die Kirchen bzw. Kapellen. Nach damaligem Recht mußten die Bauern diesen Kirchen auch einen Zehnten zahlen.

Um dem Stift den nötigen Unterhalt zu sichern, statteten es die
Äbtissin von Essen und der Abt von Werden reichhaltig aus. Man schenkte dem Stift Ländereien und eine große Anzahl von Höfen. Hierzu gehörten fast alle Höfe der Bauernschaften Hinsel, Holthausen und Byfang. Weil diese Höfe, von Rellinghausen aus gesehen über, oder oberhalb der Ruhr lagen, bürgerte sich schon bald der Name Oberruhr oder Überruhr ein. Alle diese Höfe mußten nun an den Oberhof Kirchfeld in Rellinghausen zinsen.

Das Brauhaus

Das
ehemalige Brauhaus des Stift Rellinghausen ist heute Pfarrheim der Gemeinde St. Lambertus. Das Fachwerkhaus entstand im 17. Jahrhundert, das Untergeschoss aus Naturstein könnte schon im 14. Jahrhundert gebaut worden sein. Bierbrauen war einst Vorrecht der Landesherren. Seit etwa 1470 gab es in Rellinghausen Hopfenbier. Jeder Bürger konnte gegen Entgelt im Brauhaus brauen. Als das Stift die Braulizenz an Wirte verkaufte, verlor das Brauhaus seine Bedeutung. Das Herzstück Rellinghausens ist das Viertel um den alten Blücherturm - 1567 als Gerichtsturm erbaut -, der auf Betreiben der Bürgerschaft aufwendig restauriert wurde und heute als Ausstellungsraum dient. Der Turm war in den ersten 25 Jahren Schauplatz von rund 40 Hexenprozessen, die in der Regel mit der Hinrichtung der Frauen endeten. Die Straße "Hexentaufe" erinnert noch heute an die grausamen Rituale jener Zeit.

Gasthäuser

Mit ca. 4000 Einwohnern ist Rellinghausen einer der kleinsten Stadtteile von Essen. Dafür kann dieser Teil von Essen mit seiner interessanten Geschichte aufwarten. Der alte Blücherturm, sehr schöne Fachwerkhäuser und urige Dorfkeipen und Gasthäuser laden zu einem Besuch ein. Empfehlenswert ist ein Besuch der Alten Dorfschenke, das Forsthaus und nicht zuletzt das malerisch am Waldrand gelegene Gasthaus Kockshusen.

Wandertipp

Jährlich am
26. Juli - dem Namenstag der Hl. Anna - feiern die Rellinghauser das Annenfest. An diesem Tag ist die St. Annenkapelle Mittelpunkt einer alten kirchlichen Feier, der die Erinnerung an einen in der Rellinghauser Stiftskirche 1516 begangenen Hostienraub und die Sühne für die Sakramentsschändung zugrunde liegt. Ein schöner Spaziergang zur Annenkapelle bietet sich an: Gehen Sie hinter der Kirche St. Lambertus durch die Unterführung der ehemaligen Bahnstrecke Mülheim - Steele-Süd und wenden sich nach rechts in die Baumallee des Annentals. Die Kapelle erreichen Sie in 10 Minuten. Danach gehen Sie geradeaus weiter bis zur nächsten Bahnunterführung und weiter auf den Bahndamm. Wenn Sie sich nach links zur Ruhr wenden, kommen Sie zur Gaststätte "Zornige Ameise", bleiben Sie aber rechts, dann führt der Weg über die ehemalige Bahnstrecke zurück zur Stiftskirche.

Informationen

Weitere Informationen zum Ortsteil Rellinghausen finden Sie auf dieser schönen Website: www.buergerschaft-rellinghausen.de . Hierunter gibt es auch eine kleine Bildergalerie zum Stift Rellinghausen.


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